Freitag, 25. März 2016

Dr. Alois Häfliger ist gestorben 14.01.1927 - 05.03.2016

Von Ferdinand Andermatt

fja. Zwölf Jahre war Dr. Alois Häfliger Präsident der Heimatvereinigung Wiggertal. Das ist eine grosse Arbeit, über das ganze Leben von Alois Häfliger betrachtet aber ein Einsatzbereich der Freizeit, des Heimatinteresses, der Verbundenheit zu seiner Herkunft, seines Daseins. Ganz kurz umschrieben sind das Geburt und Volkschule in Fischbach, Gymnasien in Einsiedeln und Disentis, Matura, dann Studium der Geschichte, Pädagogik und Germanistik in Freiburg und Zürich. Er wurde hauptamtlicher Lehrer an der Mittelschule Willisau, dann hier der erste Rektor der Kantonsschule. Als Verantwortlicher der Bildungsvermittlung, aber auch als Vorstandsmitglied und Präsident der Heimatvereinigung und als langjähriger Redaktor der Heimatkunde hat er seiner engeren Heimat viel gegeben. Die Freude am Leben und dessen Anforderungen und Auswirkungen in der Geschichte der kleinen und grossen Welt fanden sein Interesse. Dafür hat er gelebt und geschrieben und so sein Wissen und seine Erkenntnisse weitergegeben. Zeugnis darüber war auch sein Dabeisein an den ‚Burgenfahrten‘, was im Hans-Marti-Archiv dokumentiert ist. Sein freundliches Wesen kommt hier auf spezielle Weise zum Ausdruck.


Dr. Alois Häfliger gratuliert Josef Zihlmann zur Verleihung des Ehrendoktors




4 Fotos von ‚Burgenfahrten‘







Donnerstag, 28. Januar 2016

Alte Landstrasse Luzern-Bern (-Solothurn)

Im 15. Jahrhundert bestandern zwei Verbindungen Luzern–Willisau, um nach Bern oder Solothurn zu gelangen. Mit der einen gelangte man über Ruswil–Wüschiswil nach Willisau, mit der andern über Malters–Geiss. Der ausführliche Beschrieb findet sich in der Heimatkunde Wiggertal 2015.

Bilder, Krokis und Text: Ferdinand Andermatt




Die hier beschriebene Bernstrasse führt über Littau–Malters–Oberlangnau–Geiss.



In Langnau wurde der Brückenzoll erhoben. Eine Strasse über Wolhusen–Menznau existierte nicht. Mit einem steilen Wegstück überwand man die Felswände (‚in den Wandelen‘ nannte man die Gegend) – passierte den Stäubligbach und gelangte in den Wald über dem Wasserfall.



Eine eindrückliche Hohle weist auf die fünfhundert Jahre alte Wegstrecke hin. (rückwärts blickend)



Die Strasse ist in den Hang eingearbeitet, um die Sicherheit zu erhöhen. (vorwärts blickend)



Immer leicht ansteigend ist hier das Enden des Waldes zu erkennen.



Erleichtert und für die Mühen belohnt, erblickt man hier auf der andern Talseite das Kloster Werthenstein – damals nur eine unscheinbare Einsiedelei.



Links vom Kloster das Dorf Werthenstein, im Tal die alte Holzbrücke mit den Häusern von Werthenstein (Bahnhof).



Über die Güterstrassen am sonnigen Hang (Hof Wandelen) gelangt man nach Grofehuse. Das Bildstöckchen weist auf die unscheinbare Abzweigung zur Bielmüli hin.



Nach dem Hof Büel steigt die Strasse auf der alten Linienführung zur Krete der Höfe Chriesbaume.



Hier, Richtung Buholz, wird die alte Strasse nur noch als Reit- und Wanderweg genutzt.



Der heutige Baumbestand ist nicht so alt wie Strasse, aber immer noch wegweisend.



Die sagenumwobene Landgerichtskapelle.



Ein Blick zurück, mit der Pilatuskette im Hintergrund.



Hinter Buholz, der Anstieg zum Galgenberg



Der Gedenkstein mit der Inschrift: Richtstätte, aufgehoben 1798



Am Ende des Galgewaldes, Richtung Geiss



Kapelle Studenweid, Wanderweg auf der alten Strasse Richtung Ostergau



Richtung Schwand, Krete zwischen Rötelberg und Blochwil



Das Ostergau im frühen Frühling.



Willisau im 15. Jahrhundert (Die Heilig-Blut-Kapelle beim Obertor)



Die Strecke Willisau–Huttwil (eine Strasse über Gettnau–Zell gab es damals nicht)



Im äussersten Westen von Willisau erkennt man in der Bildmitte die Strasse Richtung Stocki–Ufhusen



Ein neu erstelltes Bildstöckchen als Wegbegleiter ersetzt dasjenige von 1916 beim Beginn des Steilstückes im Gruneckenwald



Dokument aus dem IVS (Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz). Die alte Landstrasse beim Austritt aus dem Gruneckenwald (1994)



Die gleiche Stelle im März 2014



Lothringerkreuz auf der Stocki, kurz nach der Gemeindegrenze Willisau-Zell



Hohlweg bei Oberwil, zum Lutherntal absteigend



Die gleiche Hohle vom Tal her gesehen



Nach der Überquerung der Luthern und des Warmisbaches, oberhalb der Kiesgrube der Grenzverlauf Zell-Ufhusen mit der alten Landstrasse.



Bergseits der neuen Strasse nach Ufhusen gut erkennbar die alte Landstrasse.



Der Kellereingang des alten Zollhauses am Ausgang des Dorfes Richtung Huttwil



Die alte Landstrasse kurz vor der Einmündung in die heutige Kantonsstrasse, vor Huttwil. Das Haus im Hintergrund nennt sich ‚Galgehüsli‘.



Der Zweiradkarren als wendiges Verkehrsmittel während Jahrhunderten. Der schlechten Strasse halber ist der Fuhrmann zu Pferd.



Ein ähnliches Transportmittel noch ums Jahr 1950 genutzt.



Ein deichselloser Frachtwagen (bis ins 19.Jh. in Gebrauch)



Kobelwagen (15.Jahrhundert)

Freitag, 22. Januar 2016

Das Präsidium der Heimatvereinigung 2016


fja. Der Präsident von 2004 bis 2015, Willi Korner (links), hat nach zwölf ereignisvollen Jahren das Amt am Heimattag in Zofingen abgegeben. Seine launigen Worte an den Vorstand, an das Publikum und im Freundeskreis werden in Erinnerung bleiben. Noch mehr aber tragen die hervorragenden Ereignisse im Vereinsgeschehen die Merkmale seines Wirkens. Denken wir zum Beispiel an das neu eingerichtete Archäologiemuseum, an die Verleihung des Kulturpreises Region West, an die Geschichte der Internierten im Wauwiler Moos. 

Weil der neue Präsident erst am Heimattag 2016 gewählt werden kann, wird der Vizepräsident, lic. iur. Josef Steiner (Bildmitte), die statutarischen Geschäfte verantwortlich übernehmen bis dann in der zweiten Jahreshälfte der für das Präsidium vorgeschlagene Xaver Vogel (rechts) die Führung der Heimatvereinigung ad interim antreten wird.

Bild und Text: Ferdinand Andermatt

Sonntag, 10. Januar 2016

Fernweh und Heimweh – geben, helfen, teilen

Von Ferdinand Andermatt




fja. Schon als kleines Mädchen habe sie sich für die grosse Welt und ihr Anderssein interessiert. In Altbüron in wohlgeordnetem Umfeld aufgewachsen, hat sich Cornelia Lustenberger damals auch mit den Schattenseiten des Daseins auseinandergesetzt. In für uns Mitteleuropäer unvergleichlichen Verhältnissen in Zentralamerika fand sie ihr heutiges Wirkungsfeld. Ihr Bericht liest sich, wie wenn es Selbstverständlichkeiten wären, auf eben diese Weise, unkonventionell und sehr lebensnah, dem unvorstellbaren menschlichen Elend zu begegnen, sich zu engagieren und damit eine Wende zum Guten zu suchen und zu erreichen.

Heimatkunde 2016, Seite 25. Weitere Information mit einem Klick auf ‚Heimatkunde‘

Montag, 28. Dezember 2015

Die Heimatkunde über Weihnacht und Neujahr




Von Ferdinand Andermatt

fja. Es gibt auch in diesen Tagen wohl Stunden oder doch Momente, in denen man sich still zurückziehen kann – die Verpflichtungen für einmal vergisst und sich vielleicht mit Al Imfeld ‚Den andern Blick auf das Napfgebiet‘ gewährt oder sich einfach einlässt, Zeile um Zeile, in die Gedanken dieses ehemaligen Napfbewohners. Es könnte eine andere, vielleicht vergessene Welt sich wieder auftun – sich mit eigenen Erinnerungen vergleichen lassen.

Oder nicht, . . . dann hat es in der neuesten Ausgabe der Heimatkunde das vielfältige Angebot für die unterschiedlichsten Interessen. Und wer die Heimatkunde noch nicht kennt, klickt ganz einfach auf ‚Heimatkunde‘.

Ein frohes neues Jahr!

Kleine Inhaltsübersicht

  • Wasser im Wiggertal, Werner Göggel 
  • Eine Brücke zwischen zwei Ländern und Kulturen, Cornelia Lustenberger
  • Von Paris nach Ettiswil und ...? Philippe A. Doisy
  • Der andere Blick auf das Napfgebiet – Meine Sicht vom Hinterland, Al Imfeld
  • Mandala rund um den Napf, Meditationsbilder aus dem Luzerner Hinterland, Al Imfeld
  • Reicher Notenfund – Tanzmusikgesellschaften des Luzerner Hinterlandes, Adrian Steger
  • Filmchronik Zofingen – eine moderne Art der Geschichtsschreibung, Urs Siegrist
  • Lichtspielhäuser auf der Luzerner Landschaft, Andrea Zimmermann
  • Crown of Glory – Erfolg ist, einmal mehr aufzustehen als umzufallen, Silvio Riedi 
  • Ein Wohnhaus im Wiggertal, Dialog zwischen Banalität und Landschaft, Stephan Zihlmann
  • 1359 Medaillen in 42 Jahren, Die Leichtathletik-Talentschmiede STV Willisau, Esther Peter
  • Schieferkohleabbau im Ersten und Zweiten Weltkrieg, Josef Stöckli
  • 10 Jahre Dorfmuseum Langnau-Mehlsecken, Max Huber
  • Zum 300. Geburtstag von Franz Ludwig Pfyffer von Wyher, Madlena Cavelti Hammer
  • Babyboom und Pillenknick, Im Amt Willisau ticken die Uhren nicht anders. . . ! Josef Kunz
  • Der Hort der Entschleunigung, David Koller
  • «Zofinger Neujahrsblatt» – «Heimatkunde Wiggertal» Gemeinsamkeiten . . . , Paul Ehinger
  • «Notlandung» – der Film zum Internierten-Straflager Wauwilermoos, Alois Hodel
  • Das Lutherntal und die Schlacht am Morgarten 1315, Ferdinand Andermatt

Sonntag, 6. Dezember 2015

Der Heimattag 2015 in Zofingen

Von Ferdinand Andermatt



fja. War es der Tagungsort, die besondere Traktandenliste, der Titel des Referates? Eine sehr grosse Zahl Mitglieder fand sich im Rathaus Zofingen ein. Sie durften reiche und in allen Abschnitten bekömmliche bis hochinteressante Erfahrungen machen. Die erhabenen Räumlichkeiten und die gastfreundliche Bewirtung der Stadt Zofingen gaben den einmaligen Rahmen für die eindrückliche Versammlung.


Das reiche Geschehen des vergangenen Jahres


Kaum begann Präsident Willi Korner mit dem Jahresrückblick, wurde jedem Anwesenden auch wieder bewusst, was wohl der Schlüssel des Teilnahmeerfolges sein könnte. Mit seinen treffsicheren Formulierungen bereicherte er die eigentlich auch ganz nüchtern sein könnende Schilderung des Geschehens, verursacht, begleitet oder bereichert durch das Wirken der Heimatvereinigung. Das neu eröffnete ‚Archäologische Museum Schötz‘ erntet viel Lob und hat eine Besucherzahl wie nie zuvor. Die neue Kunstkarte, von Ueli Bieri-Obrecht, erfährt hohe Anerkennung und guten Verkauf. Der Höhepunkt in der mehr als 80jährigen Vereinsgeschichte ist die Verleihung des Kulturpreises Region Luzern West. Auch die Errichtung eines Gedenksteines zur Erinnerung an die Internierten und an das Straflager im Wauwilermoos während des 2. Weltkrieges, in Zusammenarbeit mit dem ‚Spektrum Egolzwil-Wauwil‘, erreichte hohe Aufmerksamkeit. Was die Entwässerung des Wauwilermooses durch die Errichtung des Ronkanals für die Landschaft erreichte, und wie sie sich heute bewährt, erfuhren die vielen Besucher der heimatkundlichen Veranstaltung ‚Kostbarkeiten‘. Und wieder ist sie erschienen, zum 73. Mal, die Heimatkunde des Wiggertals, mit reichem Inhalt und anerkennungswertem Auftritt.

Der Rücktritt und die gleitende Erneuerung im Präsidium


Es fiel dem scheidenden Präsidenten offensichtlich nicht leicht, die treffenden Worte zu finden für seinen Rücktritt - und noch schwieriger war die Formulierung der Wiederbesetzung. Sie wird geschehen, die Bemühungen sind eingeleitet. Anerkennend und ehrend waren die Worte des Dankes, ausgesprochen durch den Vizepräsidenten Josef Steiner, Ettiswil, begleitet mit der Übergabe eines ‚gewichtigen Buches‘, der ‚neuen‘ Luzerner Geschichtschronik von Diepold Schilling.

Ehre und Würdigung der Leistungen



Den aussergewöhnlichen Dank an den Präsidenten und die Heimatvereinigung überbrachte der Gemeinderat von Hergiswil. Gemeindepräsident Urs Kiener lobte die Anstrengungen des Präsidenten der Heimatvereinigung im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten und der Brunneneinweihung im Gedenken an den hundertsten Geburtstag von Josef Zihlmann, dem Heimatschriftsteller Seppi a de Wiggere. Gemeinderätin Renate Ambühl schenkte eine reiche Anordnung von Früchten und andern Köstlichkeiten aus dem Napfgebiet.

Ehrenmitglied der Heimatvereinigung


Ausserordentliche Leistungen und nimmermüder Einsatz für die engere Heimat – nicht nur die Anzahl der Arbeitsjahre für die Vereinigung – sind die Begründung zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Hermenegild Heuberger, Hergiswil. Er hat der ‚Heimatkunde‘ den äusserlichen Auftritt gegeben und dem Inhalt für Kopf und Geist die bekömmliche Aufmachung gestaltet. Mit dem Dank des Präsidenten und aller Heimatfreunde durfte auch er ein Präsent mit nach Hause nehmen. 

Die Stadt Zofingen ehrt die Heimatvereinigung und freut sich



Mit der Wahl der Stadt Zofingen zum Tagungsort der Heimatvereinigung wird den Mitgliedern bewusst, dass zwei Städte am Lauf der Wigger dieses Tal beleben. Dass die Leute vom Oberlauf dies auch wahrnehmen, freut Hans-Ruedi Hottiger, den Stadtammann von Zofingen. Sein Grusswort beweist diese Freude, trefflich umgesetzt durch die Überlassung des Bürgersaales im Rathaus und in der grosszügigen Bewirtung im Untergeschoss.

‚mündet d’Wiggere z Bern‘?


1415 hätte es fast so aussehen können – optisch ist es in Wirklichkeit immer noch so, dass man meinen könnte, sie richte sich bei der Mündung nach Bern – tatsächlich ist es aber nur eine Gegenströmung. Eine politische Gegenströmung war es dann auch, was die Berner bewog, sich gegen die Habsburger zu stellen. Bedachtsam rundeten sie ihren Machtbereich ab und sicherten damit Einfluss und Reichtum in der ‚alten Eidgenossenschaft‘. Natürlich haben die andern Stände auch noch etwas nachgeholfen. Schlussendlich führten die gemeinsamen Bemühungen zum geschichtlichen Lehrbuch-Begriff ‚Gemeine Herrschaften‘, worin die ‚Alten Orte‘ abwechslungsweise ihre Vögte stellen konnten. 

Urs Siegrist, Konservator Naturhistorische Abteilung, Museum Zofingen, war sich der Aufmerksamkeit seiner Zuhörer sicher. Er führte sie mit verständlichen Worten, unterstützt durch Pläne und Bilder in die Geschichte der beinahe unblutigen Eroberung ein, die durch politisches Ränkespiel gut vorbereitet und gesichert war.